Gloss'n Hans

Beiträge zum Thema Gloss'n Hans

DER GLOSS’N HANS MACHT SICH GEDANKEN
Täglich warnt das Murmeltier

Sie wer’n lachen, aber bei der schlimmen Flut von Ostösterreich bis Polen stellt man fest: Immerhin waren alle alarmiert. Seit der Ahrtal-Katastrophe hat man fast den Eindruck, das Alarmierungswesen ufert bei uns aus. Beim bundesweiten Warntag vor zwei Wochen wurde deutlich, wie viele da mitmischen. Neben den Sirenen (von denen im wochenblatt-Land aber nur Forth und Heroldsberg angeschlossen sind, warum auch immer) warnen Infokanäle wie Cell Broadcast (auf jedes Handy, auch ohne App) und...

Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Theorie und Praxis

Sie wer’n lachen, aber ich bin beeindruckt, mit welchen Ausbildungsvergütungen manche Betriebe heutzutage um Auszubildende werben. Wenn man sich im Kollegen- und Freundeskreis umhört, geht es oft um ganz andere Zahlen und Umstände. Da ist die Rede von 567 D-Mark im ersten Ausbildungsjahr, etwa 283 Euro. Aber damals war die Mark halt noch was wert. Und die Ausbildung eine gute Basis fürs Geldverdienen neben dem anschließenden Studium mit Nullkommanull Vergütung. Im Wehrdienst gab es mal eine...

Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
So schön wie im Urlaub

Sie wer’n lachen, aber dieser ständige Regen – echt blöd, oder? So wird man es bald hören, wenn’s frisch geworden ist und Sie dieses Heft in kalten Händen halten. Jede Wetterwette, dass die Klage über die schlimme Hitze schnell wieder vergessen ist. Man sehnt sich zurück in die wunderbar warmen sonnigen Sommerferien. Da hab ich allerdings schon ganz andere erlebt, in denen man kaum ohne Jacke aus dem Haus konnte. Nicht erinnert, sondern ergoogelt ist der Rückblick auf die kalten und verregneten...

Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Prioritäten setzen!

Sie wer’n lachen, aber das Thema Reisen scheint schier unerschöpflich. Aber es passt ja noch perfekt in diese letzte Woche der großen Ferien. Wer mit dem Auto unterwegs ist, braucht manchmal neue Wischerblätter. So stand dann auf meiner Packung „Wischblatt“, zudem auf Englisch „Wiper Blade“. Und dazu auf Französisch: „BALAI D’ESSUIE-GLACE. NETTOYAGE DES PHARES“. Zum Glück war die Schachtel groß genug für diesen ellenlangen Aufdruck. Mon Dieu, geht‘s nicht ein bisschen kürzer? Auf Französisch...

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Stimmt so?

Sie wer’n lachen, aber wenn man alle Autobahnen fünfspurig in jede Richtung ausbauen würde, hätte man gleich drei Mittelspuren. Ein Gewinn für alle, die von Mittelfranken bis ans Mittelmeer fahrend unbeeindruckt komplett auf der Mittelspur verharren. Auf so blöde Gedanken kommt man beim Reisen. Da gibt’s viel zu sehen, zum Beispiel pfiffige Kennzeichen. Auf dem LKW eines Zeltverleihs im Bezirk Innsbruck-Land stand IL ZELT und auf dem eines Beschrifters IL FOLIE. Bei uns daheim gibt’s zur zwei...

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Durchgängig geöffnet

Sie wer’n lachen, aber morgen werden sich Italien-Urlauber ganz schön umschauen. Dann ist Ferragosto – der wichtigste kirchliche und familiäre Feiertag, an dem in Italien außerhalb der Tourismus- und Feier-Hochburgen fast alles geschlossen bleibt. Hier bei uns ist Mariä Himmelfahrt ein bizarrer Feiertag, weil er nur in katholischen Gemeinden arbeitsfrei ist. Auslandsurlauber werden nach den Ferien verwöhnt von endlosen Ladenöffnungszeiten heimkehren. In Bayern dagegen hat vor drei Wochen der...

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Dabeisein ist alles

Sie wer’n lachen, aber der Stolz auf das „Wir“ ist anfällig für Kratzer. Jetzt in den großen Ferien haben wir wieder Gelegenheit, den Ruf der Deutschen in der Welt zu retten – oder zu ruinieren. Einen Image-Aufschwung wie bei der Fußball-WM 2006 hatte man sich ja von der EM vor einigen Wochen erhofft. Vergeblich, wie ein Beitrag in der New York Times zeigte: „Deutsche Qualitäten“ wie Effizienz, Verlässlichkeit und Zweckmäßigkeit habe man vermisst, insbesondere mit Blick auf die Bahn. Daran...

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Freiwillige vor!

Sie wer’n lachen, aber die Ideen zum „Neuen Wehrdienst“ finde ich vielversprechend – aber eher nicht im Sinne des Erfinders. Der Pistorius Boris, unser Verteidigungsminister, setzte ja beim Austüfteln ausdrücklich nicht auf Pflicht. Sondern auf „eine Auswahl nach Eignung und Motivation und vorwiegend auf Freiwilligkeit“. Männer und Frauen würden angeschrieben mit einem Fragebogen. Dabei würden auch die körperliche Fitness und die Motivation abgefragt. Die Beantwortung wäre für die Männer...

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Nauf, nunder, nüber, nei, naus

Sie wer’n lachen, aber wo ist München? Mit fernen Orten ist es ja so, dass sie mit dem aktuellen Standort in Beziehung stehen, je nach Größe von Kommunen, nach der Fließrichtung von Flüssen oder nach Höhenlage. Nach Gräfenberg fährt man hinauf, genauso wie man in die Fränkische Schweiz nach Gößweinstein „nauf“ fährt. Nach Nürnberg fährt man vom wochenblatt-Land aus rein, umgekehrt fährt der Nürnberger raus nach Eckental. Aber fährt man nach Neunkirchen am Brand deswegen runter – oder doch...

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Stilistisch Scheitern

Sie wer’n lachen, aber der herben Enttäuschung über das dramatische EM-Ausscheiden der DFB-Elf wohnt nebenbei auch eine kleine Erleichterung inne: Jetzt muss ich mir den Nagelsmanns Julian nicht mehr anschauen in seinem unansehnlichen Sack. Der Lafers Johann hat als berühmter Koch völlig Recht, wenn er sagt, auch Geschmack will gelernt sein. Man muss seine Sinne schulen durch vielfältiges und häufiges Wahrnehmen und dabei offen sein für Neues, um Eindrücke einordnen zu können. Das betrifft...

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Spülbetrieb

Sie wer’n lachen, aber es kann nicht so weitergehen, dass manche Zeitgenossen die Spülmaschine von vorne nach hinten befüllen. Oder von der Mitte aus. Wo doch jedes Kind wissen müsste, dass man beim Vollstellen von Räumen von hinten nach vorne vorgeht. Ich habe den Verdacht, dass vor allem Damen gerne das Pferd von hinten aufzäumen, indem sie die Maschine von vorne bestücken. Und hinterher andere, die ausräumen, dann fragen, ob man denn unbedingt so achtlos herumscheppern müsse. Sie verkennen...

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Das Lied vom Wirtz Florian

Sie wer’n lachen, aber der Wirtz Florian wurde schon musikalisch erwähnt. Dachte ich jedenfalls, als mir ein Lied aus den frühen 90ern wieder im Ohr klang. Das ober­österreichische Duo „Attwenger“ begann damals mit derbem Dialekt und irrwitzig interpretierter Volksmusik einen unverwechselbaren Stilmix zu erfinden. In „Hi Aso“ besingen sie heimische Zustände. Wir zitieren in Auszügen: Wo mia heasan und des is woa, do fressns d‘Sau mitsaumt de hoa, do liegt des Glumpat übasi, wos ma braucht des...

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Europawahl-Meisterschaft

Sie wer’n lachen, aber könnten das Verfahren bei der Europawahl und der Europameisterschaft nicht auch einfach mal tauschen? Vier Wochen lang fliegt uns ab Freitag der Herrenfußball um die Ohren, ständig das Expertengeschwafel vom „Momentum“ – im Fußball ein sprachlicher Phrasendreschflegel wie Narrativ in der Politik. Warum nicht einfach die Europameister wählen? 24 Kader auf dem Wahlzettel mit jeweils 27 Spielern macht 648 Kandidaten, von A wie Albanien bis U wie Ungarn. Zypern dazu, dann wär...

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Von wegen Schneckentempo

Sie wer’n lachen, aber manche Kosenamen waren mir schon immer ein Rätsel. Angeblich nennen manche ihren Schatz „Mäuschen“. Die meisten Mäuse (ausgenommen die mit den Lach- und Sachgeschichten in der ARD) in Gebäuden sind Schadnager, die Vorräte vernichten. Was will man einem lieben Menschen mit sowas sagen? „Deine Anwesenheit muss laut Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsbehörden verhindert und bekämpft werden“? Also wenn schon was mit Fell, dann doch eher „Häschen“. Noch schlimmer ist das...

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Freude, schöner Götterfunken

Sie wer’n lachen, aber der letzte Donnerstag war mal einer, der seinem Namen gerecht wurde: Stundenlang am Stück hat‘s gerumpelt und gescheppert über den Wolken. Die Bezeichnung soll vom Germanischen Donnergott Thor oder Donar herrühren. Ich musste aber eher an unseren christlichen Feiertag Christi Himmelfahrt in der Vorwoche denken. Womöglich eine Karambolage beim Auffahren in den Himmel? Vielleicht wegen der „toten Winkel“, auf Französisch den „Angles morts“, vor denen Aufkleber auf Lkw- und...

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Nachhaltig resistent

Sie wer’n lachen, aber neulich habe ich im Fernsehen ein Konzert vom Rieus André und seiner Truppe verfolgt. Klassische Musik – wer wollte da etwas dagegen sagen? Besonders faszinierend fand ich die bonbonbunte Inszenierung.Und musste an Thomas Kapielski denken, einen Meister des grotesken Humors. Der Berliner erzählt in seinem Buch „Mischwald“ von einem melancholischen Abend vorm Fernseher mit fränkischem Kellerbier, an dem er sich spontan, unsterblich und tragisch in eine Bratschistin aus...

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Kleiner Bahnhof, großer Stau

Sie wer’n lachen, aber die Gräfenbergbahn dreht den Spieß um. Bisher stand sie oft in der Kritik, wenn Züge nicht fuhren. Neuerdings habe ich zweimal erlebt, wie die Bahn in Eschenau den Straßenverkehr stilllegte. Nach Blitz und Donner am 16. April riegelte der Bahnübergang in der Erlanger Straße ein ganzes Viertel ab. Die Schranke blieb gut eine halbe Stunde lang geschlossen, so dass manche Autofahrer schon über schmale Schleichwege in die Freiheit flüchteten, bevor ein Bahnmitarbeiter kam und...

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Let’s talk about Speck

Sie wer’n lachen, aber mein persönliches Verhältnis zu Speck ist zwiegespalten. Eigentlich sogar eine Art Dreiecksbeziehung. 1. Der Bauchspeck an der eigenen Körpermitte ist äußerst unerwünscht – gegen ihn unternimmt man, was man kann. 2. Der Bauchspeck in der Metzgerei-Kühltheke dagegen ist oft sehr willkommen, weil er vielen Gerichten ein herzhaft würziges Aroma verleihen kann. 3. Leider begünstigt der Genuss des Zweiten die Entstehung und Vermehrung des Ersten. Aber darf man durchwachsenen,...

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Beutelgreifer

Sie wer’n lachen, aber manchmal bräuchte ich mir garnichts auszudenken. Aufschreiben würde reichen, zum Beispiel lustige Verleser aus dem Augenwinkel. Aus Verhörern hat der Hackes Axel als Autor vor 20 Jahren ein ganzes Buch verfasst: „Der weiße Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens“. Die unerhörte Zeile mit dem N-Wort kam von einem Leser, der das uralte Gedicht „Abendlied“ falsch verstanden hat: „Und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar“. Als Kind habe ich gedacht, dass...

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Sprachführer für Brautleute

Sie wer’n lachen, aber in das ewige Gejammer über den fränkischen Minderwertigkeitskomplex will ich ungern einstimmen. Denn durchaus blitzt fränkischer Stolz oft trotzig auf. Vielleicht nicht in der Weltberichterstattung, aber immerhin im „normalen“ Leben. Da gibt es durchaus eine selbstbewusste fränkische „Idendidäd“. Hier bei uns ist halt vieles ziemlich klein. Das hat auch historische Gründe, die zudem in der Landschaft sichtbar sind. Zur einer topografischen Kleinteiligkeit nutzbarer...

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Glückstag Mittwoch

Sie wer’n lachen, aber vor vier Wochen hatte ich Pech. Da wollte ich Sie eigentlich am Weltglückstag teilhaben lassen. Der internationale Tag des Glücks ist festgelegt auf den 20. März – dieses Jahr ein Mittwoch, also wochenblatt-Tag. Daher hatte ich mir eine ganze Weile vor der Ausgabe zum 20. März eine Notiz gemacht: „Glückstag Mittwoch“. Dann habe mich thematisch doch anderen Dingen zugewandt. Und wusste hinterher nicht mehr, was mit der unglücklichen Glückstagsnotiz gemeint war. Inzwischen...

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Danksagung

Sie wer’n lachen, aber „ich hab nix zu verschenken“, wie man so schön sagt. Mangels Millionenerbschaft muss ich bei Einkäufen und Anschaffungen sorgfältig rechnen, so wie wohl die meisten Leserinnen und Leser. Natürlich gibt‘s trotzdem Geschenke, an liebe Leute, zu gegebenen Anlässen. Und ich kaufe auch immer mal wieder Dinge oder Leistungen, die möglicherweise bei anderen Anbietern ein wenig billiger gewesen wären. Denn der Preis ist nur einer von vielen Aspekten einer Kaufentscheidung. Allein...

DER GLOSS'N HANS MACHT SICH GEDANKEN
Ach du dickes Ei

Sie wer’n lachen, aber dieses Jahr kommt an Ostern allerhand zusammen. Nicht nur die Umstellung von Winter- auf Sommerreifen drängt sich ins Bewusstsein („von O bis O, Oktober bis Ostern“). Auch die Umstellung von der normalen Winter- auf die Sommerzeit steht an. Ausgerechnet in der Osternacht wird wieder an der Uhr gedreht. Da heißt es: Eine Stunde früher Auferstehen! Ich bitte um Milde bei der Beurteilung des Wortspiels, es soll nicht respektlos erscheinen. Gleich am Ostermontag, folgt der...

Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Unterwegs mit Emotionen

Sie wer’n lachen, aber der Mercurys Freddy scheint der einzige zu sein, der mitreißend das Radfahren besungen hat. Der Queen-Song „Bicycle Race“ erschien 1978 – allerdings mit Video- und Cover-Motiven, die man heute als sexistisch kritisieren würde. Das Autofahren hat dagegen in der Kultur seinen festen Platz. Die Beatles versteckten sexuelle Anspielungen in „Drive My Car“. In „Ol’ 55“ besangen Autor Tom Waits und auch The Eagles das „Feeling so holy“ im 55er Cadillac. Von der Lust im Pink...

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